#233/364 – sehr bedrückend und so

Der Tag fing gut an. Eine unbekannte Verehrerin hatte eine Nachricht für mich hinterlassen. Glaube ich…
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Schnell ein Tagesticket und ab durch die Stadt
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Die jüngeren unter meinen Lesern werden dieses Gefühl nicht mehr kennen. Wem einmal ein Grenzer sein Mickey Maus Heft weggenommen hat, denn kennt es noch sehr genau: beklemmende, ohnmächtige Hilfslosigkeit. Zum Glück stellte sich heute dieses Gefühl nicht mehr so wie damals ein, es war aber nahe dran.
So werden die jüngeren vermutlich nicht nachvollziehen können, wie es sich an der Bernauer Straße anfühlte: Dort zu stehen, wo keine 25 Jahre zuvor es völlig unmöglich gewesen wäre. Und wenn man doch dort gestanden hätte, dann wäre das bestimmt kein guter Ort dafür gewesen.
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Schlimm war auch die heutige Begegnung mit dem Checkpoint Charlie. Dieser Moment, wenn erlebte Geschichte zu einem Vergnügungspark wird. Studenten in schlechtsitzenden Uniformimitaten sich für 2€ fotografieren lassen. Laute Touristen, die überhaupt nicht begreifen wollen, wo sie gerade stehen.

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Oder, noch schlimmer und auch noch schöner: An der Stelle, an der bis vor gar nicht allzulanger Zeit eine von zwei
hölzernen Aussichtsplattormen den Blick über die an dieser Stelle sehr dicke Mauer bot und man unter anderem auf den völlig leeren Potsdamer Platz im Niemandsland sehen konnte. Musik gab es auch nicht, nur ab und an eine feuchte Rede, wie z.B. von Kennedy und von Reagan. Heute standen an genau dieser Stelle ein paar unbedarfte Musiker, kein einziger so alt wie meine Erinnerung. Doch halt: ein Musiker hat das alles schließlich ja möglich gemacht. Sagt er jedenfalls….
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Heute haben wir Berlin wieder dann verlassen.

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