#92/364 – Der Einfluss der LSD-Linse

Im Wohnzimmerstudio wird laut auf einer halbkommerziellen Sparte herumgedacht: Die Technik verschlingt das ganze Taschengeld und leider wird vereinzelt versucht, das grundsätzlich kostenfreie Shooting auszunutzen. Zudem häuft sich die Absagerquote, insbesondere bei Workshops. Der Reihe nach:
Absagen bei Events, Shootings und Workshops: Das ist jedesmal sehr nervig, wenn hier die Schnittchen schon geschmiert sind und kurzfristig ein: „Oh, ich muss noch das und das machen, hatte ich ganz vergessen“ ankündigt, dass ich die Häppchen alleine essen muss. Noch ist das im Rahmen – aber ich beobachte das sehr genau.
Vermehrt wird auch nach Familienbildern angefragt, um das Geld für einen professionellen Fotografen zu sparen. Und vereinzelt mache ich das auch (natürlich kostenfrei). Wenn das aber die kostenlosen klassischen Portraitshootings, den Kern des Wohnzimmerstudios, beeinflusst, werde ich das zurückschrauben und dafür Geld nehmen. Oder einen guten Fotografen in Rostock empfehlen, der damit seine Brötchen verdienen möchte.
Teure Technik: Natürlich würde ich gerne noch viel mehr Geld für das Hobby ausgeben und es ist schon sehr verlockend, dies über entgeldliche Shootings zu machen. Ich kann aber noch ganz gut widerstehen, denn zum Glück bestimmt nicht die Technik das Bild: es kommt nicht auf die Größe an. Dieses Argument ist also ebenfalls verworfen…

Fazit bis hierher: alles Erste-Welt-Probleme, kein Grund, um Kohle für die Bilder zu nehmen. Portraitshootings und Projekte werden also auch zukünftig kostenfrei für alle Beteiligten bleiben. Die einzigen Gradmesser für das Zustandekommen eines Shootings werden nach wie vor meine Laue und mein Gefühl bleiben – und leider auch die verfügbare Freizeit.

Beim tiefen Hineinhorchen ins Wohnzimmerstudio-Ego kommt aber auch noch eine ganz andere Facette hoch: Es ist einfach sehr geil, wenn jemand Dein Werk nicht nur gut findet, sondern auch kauft. Je höher der Preis, desto sinnlicher ist der Genuss. Ich werde daher einmal ganz behutsam antesten, wie das am besten funktionieren kann, ohne den Charakter des Wohnzimmerstudioprojektes zu verbiegen. Das geht vielleicht über ein paar Experimente:

Seit eineinhalb Monaten hängt z.B. ein käufliches Werk in einer Austellung in Oldenburg. Diese Austellung kommt bald nach Rostock Ich werde zudem demnächst versuchsweise mit einer analogen Serie in die semikommerzielle Vermarktung gehen. In Kürze beteilige ich mich an einer Ausstellung in einer Kreisstadt in der Nähe (dazu später mehr), ich habe mich zu Gemeinschaftsausstellungen beworben und zusätzlich zwei, drei Projekte konzipiert, die den langen Weg zur Dokumenta gangbar machen können.
Zu kompliziert? Wer weiß, vielleicht fange ich einfach auf dem nächsten Ponyhof einmal damit an, mit dem Verkauf von einer Rostocker Serie von Postern zu kleinstem Preis? Unter lauter netten Leuten, in bester Laune und bei guter Musik?

Hier ein kleiner Vorgeschmack, drei Beispielbilder mit der LSD-Linse geschossen:
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Ein Gedanke zu „#92/364 – Der Einfluss der LSD-Linse

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